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Veröffentlicht am Donnerstag, 14. Juli 2011 22:05
Teilnahme an der 37. „Vogalonga“ in Venedig 12.6.2011
von Eva Roth
Die „Vogalonga“ ist ein Spaß-Rennen mit allen möglichen muskelgetriebenen Bootstypen. Es gibt keinen Sieger, nur das Ankommen zählt. Vogalonga heißt soviel wie der „lange Weg“. Er geht in diesem Fall rund um die venezianischen Hauptinseln und soll auch ein Zeichen gegen die Motorboote setzen, die durch heftigen Wellenschlag die Stadt gefährden.
Vor 4 Jahren war zuletzt eine Gruppe DWS‘ler bei der Vogalonga gewesen. Es ist ein weiter Weg über die Alpen, ein beschwerlicher Transport der Boote und eine anstrengende, 44 km lange Tour am Pfingstsonntag. Aber welch ein Erlebnis! Es ist die Mühe allemal wert.
- Im „Schwarzen Milan“: Steffi (Schlag), Klaus, Uli, Wilhelm, Eva, Gernot, Birgit, Mechthild, Winfried (Steuermann)
- Im „Kieshüwel“: Klaus (Schlag), Dieter, Burkhardt, Lothar, Dagmar, Sigrid, Heidi, Ruth, Walter (Steuermann)
- Im Ruderboot „Altrhein“: Matthias und Freunde aus Salzgitter.
Freitagabend waren wir alle auf dem Campingplatz Fusina eingetroffen, auch die drei „Flieger“ und Ehepaar Herbst und Matthias Förster, die dankenswerterweise den Bootsanhänger gezogen haben. Samstag Aufbruch zu einer kleinen Erkundung der venezianischen Kanäle: aber nein, kurz vor dem Einsteigen nähert sich mit Wind und schwarzen Wolken eine Gewitterfront. Frustriert drehen wir die Kanadier wieder um und ziehen uns unter das Dach der Gaststätte zu Cappucino oder Cola zurück. Aber gegen 14 Uhr ist der Spuk vorbei. Wir paddeln über die weite Lagune, durch das Markusbecken und unter der Seufzerbrücke hindurch auf verwinkelten Kanälen zur Rialtobrücke.
Fesche Gondolieri auf ihren schwarzen eleganten Gondeln müssen uns immer wieder ausweichen und sind wohl etwas genervt. Aber dank unserer beiden erfahrenen Steuermänner geht die Tour ohne Zusammenstoß ab. Eindrucksvoll ist die „Serenissima (Durchlauchte)“ überall, auch wenn der Putz bröckelt.
Pfingstsonntag: 6 Uhr aufstehen, 7 Uhr Vorbereiten der Boote, dann (im Gedrängel mit vielen anderen Teilnehmern) sind wir doch vor 7.30 Uhr auf dem Wasser. Um 9 Uhr Start im Markusbecken vor dem Dogenpalast: Ein Böllerschuss, Glockengeläut, 1667 Boote mit 6.103 Menschen setzen sich in Bewegung.
Viele verschiedene Bootstypen:, Drachenboote, Einer, Stehgondeln der Italiener mit bis zu 18 Mann an Bord, Ruderboote (die im Gewusel ihre Probleme haben), Kanadier (unsere beiden geschmückt mit Blumen fallen schon ins Auge!). Mir imponieren die vielen reinen Frauenboote , auch stehend rudernde Teams. Und die Pink-rosa gekleideten Paddler in Booten in Pink: das ist meiner Meinung nach eine Sportinitiative für Menschen nach Krebs, die so zu gesundheitsfördernder Bewegung motiviert werden. (Pink Paddler)
Pinkel-Pause auf der Spitzen-Sticker-Insel Burano (sauberes Klo für 1,50 Euro) und Picknick, die halbe Strecke ist geschafft. Weiter geht es bei konstant schönem Wetter ohne Wind durch die Glasbläserinsel Murano. Kurz danach hilft die Besatzung des Kieshüwwel einem gekenterten Einer-Fahrer zurück in sein Boot. Ganz ungefährlich ist es hier auf dem offenen Wasser nicht!
Dann der triumphale Einzug in Venedig durch den Canal de Cannaregio zum Canal Grande. Wir lassen unser vorher geübtes „HujaDujaKakaFuja“ mehrfach ertönen und reißen bei „Ha“ gemeinsam die Paddel senkrecht nach oben. Begeisterung bei den Zuschauern!
Vor der Kirche Santa Maria de la Salute gibt es die „Radattelchen“ und jeder Teilnehmer wird mit Vornahmen über Lautsprecher angesagt. Wir sind froh und stolz! Wir brauchten 4,5 Stunden für die 32km (zuzüglich 50 Min Pause in Burano). Insgesamt, bis wir wieder am Campingplatz waren, saßen wir 9 Stunden im Boot!
Daher entstand dieses Gedicht:
Und tut der Arsch auch noch so weh,
es ist doch in Venedig scheeeee.
Auf dem Weg nach und zurück vom Markusbecken muss man übrigens den breiten und sehr wellenbewegten Canal de Giudecca überqueren. Als wir auf dem Rückweg aus einem romantischen schmalen Kanal in den Giudecca-Kanal einbogen, sahen wir einen Schlepper von rechts kommen und ahnten nichts Böses. Aber dahinter bog dann eines dieser riesigen Kreuzfahrschiffe um die Ecke, unendlich lang , fast so breit wie der Canal und höher als der Campanile! Oh Schreck! Gottseidank fuhr der Riese sehr langsam und machte kaum Wellen, so dass wir auch dieses Abenteuer wohlbehalten überstanden.
Unser Ruderboot haben wir übrigens den ganzen Tag gar nicht gesehen, sie flogen förmlich über das Wasser und waren noch vor 12 Uhr zurück bei San Marco.
Ein herzlicher Dank an das Organisationsteam Walter und Brigit (unterstützt von Ruth, die auch für den hübschen Schmuck der Boote und die Schleifchen an den Mützen sorgte), an das Zug-Team des Anhängers, an die „Köche“ der beiden gemütlichen Abendessen auf dem Campingplatz (Billiger und besser als im überfüllten Gasthaus). Es war wieder ein unvergessliches Erlebnis!


































